Ein de’ignis-Fachartikel zum Krankheitsbild „Depression“ mit wissenswerten Informationen zu Erscheinungsformen, Auswirkungen, Ursachen und Behandlung einer depressiven Erkrankung.

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Blues-Stimmung? Oder Depressiv erkrankt?
Beschreibung eines Krankheitsbildes.

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Eine Depression (meist in Form einer „depressiven Episode“ auftretend), ist eine psychische Erkrankung, die sich durch gedrückte Stimmung, gehemmten Antrieb, Interessenlosigkeit und Freudlosigkeit äußert. Häufig kommen auch Schlafstörungen dazu sowie ein gestörtes Selbstwertgefühl, Hoffnungslosigkeit, Entscheidungsunfähigkeit usw.

Weitere Krankheitsbilder

Das Kreuz mit den negativen Gefühlen und Stimmungen

„Hallo, wie läuft’s? Alles klar?“ „Oh je, fragt bloß nicht … Ich hab’ mal wieder meine Depressionen!“ Der kleine Dialog zeigt uns einen verbreiteten Gebrauch des Begriffs Depression in der Alltagssprache. In diesem Zusammenhang meint „Depression“ sicher nicht die Volkskrankheit Nummer eins (zumindest unter den seelischen Erkrankungen). Eher muss bei diesem Beispiel an eine typische morgendliche Verstimmung oder an eine anhaltende „dysphorische“ (niedergedrückte) Stimmung gedacht werden. Eine bessere Beschreibung des gefühlsmäßigen Befindens in unserem Beispiel könnte in der Umgangssprache so aussehen: „Ich habe gerade mal wieder einen Blues, bin grad mies drauf …“.
Wenn wir den Begriff „Stimmung“ näher betrachten, fällt uns vielleicht auf, dass das Wort Stimme darin enthalten ist. Mit einer von mir beschriebenen Stimmung sage ich, dass meine Stimme z.B. „bedrückt/gedrückt“ klingt. Eventuell beschreibt sie auch meine Körpersprache (nonverbale Stimme meines Körpers) und die damit gefühlsmäßige Last, die ich auf mir liegend empfinde. Nicht umsonst sprechen wir auch von Schwermut oder Schwermütigkeit, dann allerdings im Zusammenhang mit der Grundstimmung einer Person, der emotionalen Farbe/Färbung ihrer Persönlichkeit, ihrer Sicht der Welt. Dies wäre dann eine überdauernde Gerichtetheit/Ausrichtung zum Leben, eine melancholische Einstellung zum Leben, zu sich selbst, zu anderen, zu Gott. Damit sehen wir auch schon den ganzheitlichen Charakter einer Stimmung: Sie wird körperlich sichtbar, erscheint in der Stimme und findet die entsprechenden Worte, beeinflusst die Beziehung zu anderen mit z.B. Griesgrämigkeit. „Du nervst!“ – kann als Echo zurückkommen. Es handelt sich dabei auch um eine für einen gewissen Zeitraum andauernde emotionale (Gefühle), kognitive (gedankliche) und verhaltensmäßige (Körperausdruck, Sprache, Benehmen) Gestimmtheit.

Hormonschwankungen verantworlich für meine Gefühle?

In der Zeit des Heranwachsens zwischen 12 und 20 Jahren können solche Stimmungen auch ständig wechseln. Dies hängt mit Hormonen zusammen, die unser Gefühlsleben steuern und in der Zeit der biologischen Reifung oft starken Schwankungen unterworfen sind: Zwischen himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt also. In letzterer Beschreibung finden wir schon einen Hinweis auf eine Eigenart von Depressionen: Eine abnorme/ungewohnte Traurigkeit, die sich von dem unterscheidet, worüber ich manchmal echt betrübt bin, für eine begrenzte Zeit eben und in begrenztem Ausmaß.
Auch an die Stimmung eines Musikinstrumentes kann gedacht werden. Die vorübergehende traurige Stimmung kann am besten mit Moll-Tönen verglichen werden, die zudem noch eine gewisse Disharmonie in der Gefühlsmusik rüberbringen. Von der Stimmung muss die emotionale Verstimmung, negative gefühlsmäßige Befindlichkeit unterschieden werden, die wesentlich kurzfristiger anhält und sich eher auf konkrete Situationen bezieht. Manchmal ist es gar nicht so einfach, zu unterscheiden, ob ich jetzt eher frustriert, lustlos, gelangweilt, angefressen, einsam, bedrückt, traurig, unausgeschlafen, o.ä. bin oder ob ich eine depressive Verstimmung habe oder in einer tagelangen depressiven Grundstimmung bin, die ich mir selbst nicht so richtig erklären kann.

Hier haben wir ein weiteres Unterscheidungskriterium: Welchen Namen hat mein Gefühl? Auf welche Situation bezieht es sich, kann man es also erklären? Ist es unabhängig von der Situation, also schwerer zu erklären und nicht so genau beschreibbar: Dann handelt es sich eher um eine (vorübergehende) Stimmung.
Die schon erwähnten Hormonschwankungen in der Wachstumsphase oder Jugendlichenentwicklungsphase führen zu einem Auf und Ab in der Gefühlswelt, die der geplagte Jugendliche oder junge Erwachsene meist selbst nicht versteht. Die extremen Schwankungen werden von der Umgebung als Launen wahrgenommen, die unberechtigt sind und die anderen nur „nerven“. Frustrationen können schwer verkraftet werden, übertrieben aggressive Reaktionen wie „Du nervst! Ich hasse dich!“– lautstark heraus gebrüllt – wechseln mit Selbsthass, Selbstmitleid und „Depri-Gefühlen“. Letzteres kann auch ein Synonym von „Niemand versteht mich“ oder „Keiner akzeptiert mich“ sein.
Oder ist das meine Grundstimmung: Bin ich grundsätzlich eher melancholisch, pessimistisch, vorsichtiger, grüblerischer, bedrückter? Oder nehme ich Dinge schwerer als andere?

Wie beeinflusst mein Biorhytmus meine Stimmungen?

Noch auf ein Letztes soll eingegangen werden, bevor wir uns der ernsten und erst recht ernst zu nehmenden Krankheit Depression zuwenden: Dies betrifft die Gefühlsschwankungen im Verlauf eines Tages oder in Abhängigkeit von der Jahreszeit. Unser Leistungsvermögen unterliegt einem Tagesrhythmus (sog. Biorhythmus), der mit unserem gesamten Stoffwechsel zusammenhängt. Bei den meisten Menschen steigt die Tagesleistungskurve bis zu einem „Hoch“ zwischen 9 bis 12 Uhr morgens an. Man kann dann das berüchtigte „Mittagstief“ zwischen 13 bis 16 Uhr beobachten, wobei dann wieder ein Leistungshoch bis ca. 20 Uhr zu erwarten ist. Bei jungen Erwachsenen kann sich diese Kurve allerdings beträchtlich in die Abendstunden verschieben, sodass die für die Eltern oft schwer nachvollziehbare Nachtaktivität möglich ist: z.B. Disco, unter anderem Verabredungen frühestens ab 22 Uhr. Morgens sitzt man dann in der Schule wie ein „Schluck Wasser in der Kurve“, fühlt sich unausstehlich, deprimiert, schlecht gelaunt, „angemacht“ oder schlicht „neben der Kappe“. Dieser morgendliche Hänger hat natürlich nichts mit wirklichen Depressionen zu tun, sondern mit einem noch wenig ausbalancierten Lebensstil.
Auch jahreszeitliche Rhythmen sind in der Natur bekannt: „Im Frühling erwacht die Natur, im Herbst versinkt sie in den Winterschlaf“. In ähnlicher Weise entwickeln wir in Abhängigkeit vom zunehmenden Lichteinfall, der unseren Stoffwechsel hormonell positiv ankurbelt, im Frühling möglicherweise Frühlingsgefühle – wir könnten Bäume ausreißen. In entgegengesetzter Weise kann es im Herbst dann zu saisonalen Eintrübungen des Lebensgefühls kommen: man fühlt sich ganz allgemein müder, körperlich weniger aktiv, neigt vielleicht mehr zum Grübeln.

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Erscheinungsformen von Depressionen

Das depressive Syndrom1 bezeichnet nicht eine ätiologisch2 einheitliche Erkrankung, sondern wohl eher eine Gruppe von Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen, unterschiedlichen Ursachen und auch voneinander abweichenden Verläufen.

1.1 Typische Symptome

Während einer depressiven Episode leidet die betreffende Person gewöhnlich unter

  1. gedrückter Stimmung
  2. Interessenverlust
  3. Freudlosigkeit
  4. Verminderung des Antriebs

Die Verminderung der Energie führt zu erhöhter Ermüdbarkeit und Aktivitätseinschränkung. Deutliche Müdigkeit tritt oft nach nur kleinen Anstrengungen auf. Für die Diagnosestellung – nach der Internationalen Klassifikation (psychischer) Erkrankungen3 sollten mindestens zwei der erwähnten Symptome in der Regel während mindestens zwei Wochen vorhanden sein und zusätzlich mindestens zwei der folgenden, häufig auftretenden Symptome.

1.2 Häufige Symptome

  1. Verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit
  2. Vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen
  3. Schuldgefühle und Gefühle der Wertlosigkeit
  4. Negative und pessimistische Zukunftsperspektiven
  5. Suizidgedanken, erfolgte Selbstverletzung oder Suizidhandlungen
  6. Schlafstörungen
  7. Verminderter Appetit

Während einer leichten depressiven Episode leidet der Betreffende unter den Symptomen und Schwierigkeiten, seine normale Berufstätigkeit/Ausbildung und seine sozialen Aktivitäten fortzusetzen, gibt aber die alltäglichen Aktivitäten nicht vollständig auf. Eine mittelschwere depressive Episode zeichnet sich oft durch eine größere Anzahl von Symptomen aus und der Patient kann seine sozialen, häuslichen und beruflichen Aktivitäten nur unter erheblichen Schwierigkeiten fortsetzen, während dies bei Vorliegen einer schweren depressiven Episode sehr unwahrscheinlich oder nur noch sehr begrenzt möglich ist.

1.3 Körperliche Symptome

Manchmal besteht während einer depressiven Episode ein so genanntes somatisches Syndrom. Es sollten dann wenigstens vier der folgenden Symptome vorhanden sein:

  1. Interessenverlust oder Verlust der Freude an normalerweise angenehmen Aktivitäten
  2. Mangelnde Fähigkeit, auf eine freundliche Umgebung oder freudige Ereignisse emotional zu reagieren.
  3. Frühmorgendliches Erwachen; zwei oder mehr Stunden vor der gewohnten Zeit
  4. Morgentief
  5. Der objektive Befund einer psychomotorischen Hemmung oder Agitiertheit
  6. Deutlicher Appetitverlust
  7. Gewichtsverlust, häufig mehr als 5% des Körpergewichts im vergangenen Monat
  8. Deutlicher Libidoverlust

Entsprechend dem Verständnis des Menschen als dreidimensionale Leib-Seele-Geist-Ganzheit kann eine Depression nicht einfach als Erkrankung im psychischen Bereich aufgefasst werden. Sie muss verstanden werden als Erkrankung des ganzen Menschen in seiner somatischen/körperlichen, seiner psychischen/seelischen und in seiner geistig-geistlichen (pneumatischen) Dimension. Die Ursache (Ätiologie), die Auswirkungen (Symptomatik) sowie auch die therapeutischen Möglichkeiten (Ressourcen) müssen in jeder einzelnen Dimension untersucht (gesucht) werden. Dies jedoch im Sinne eines vernetzten, ganzheitlichen, integrierenden Vorgehens.

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Habe ich eine Depression?

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Auswirkungen der Depression

Die Auswirkungen der Depression betreffen gemäß unserer Definition in der seelischen (psychischen) Dimension den gesamten Bereich unserer Affekte (Gefühlsebene), den Bereich unserer Kognitonen (Wahrnehmungs-, Denk- und Verstandesebene) sowie den Bereich der Motivation (Willensebene). Zu den negativen Gefühlen gesellt sich also eine negativ gefärbte Wahrnehmung mit negativem Denken sowie das „Nicht mehr Wollen können“. Die konkret auftretenden Symptome sind in der Beschreibung gemäß ICD-10 ausreichend aufgelistet. In der körperlichen (somatischen) Dimension lässt sich die Beschreibung des somatischen Syndroms gemäß ICD-10 ergänzen durch Müdigkeit, Schlafstörungen, Verlust an sexuellem Interesse sowie Sexualfunktionsstörungen, Verstopfung, Verlangsamung, veränderte Körperhaltung, allgemein erhöhte Krankheitsanfälligkeit.

In der geistig-geistlichen (pneumatischen) Dimension kann sich die Depression so auswirken, dass der Patient seinen (Lebens-) Sinn verliert. Als Folge einer Vertrauenskrise glaubt der Patient nicht mehr glauben und vertrauen zu können – er kann nicht mehr beten, er kann Gott nicht mehr „erleben“, er kann nicht mehr in der Bibel lesen, er kann das Interesse an religiösen Veranstaltungen verlieren. Das negative Selbstbild wird durch ein negatives Gottesbild (Gott wird primär als strafend, richtend etc. gesehen und nicht als liebend, vergebend, o.ä.) ergänzt. Schuldgefühle und Versündigungsideen können dominieren und von Gott ist keine Gnade und kein Erbarmen mehr zu erwarten. (Auch im geistig-geistlichen Bereich gilt was für die anderen Bereiche gültig ist: Es müssen nicht alle Symptome auftreten. Es gibt auch Fälle, wo sich Patienten im schwärzesten Loch der Depression nahe bei Gott wussten (Psalm 23: „Auch im finsteren Tal, du Gott bist bei mir“).

Über die Ursachen einer Depression

Depressionen können ihre Ursachen in der somatischen Dimension haben. So können sie z.B. quasi ein Symptom einer Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion), einer Funktionsstörung der Nebenniere (M. Addison, M. Cushing) oder einer Suchterkrankung (Alkoholismus) sein.
Eine Depression kann ebenfalls durch längeren Cannabis-Missbrauch ausgelöst werden oder einer schweren oder auszehrenden Allgemeinerkrankung (Herzinfarkt, Lungenentzündung, Krebsleiden) folgen. Depressionen werden begünstigt durch Mangelernährung (z.B.: Vitamin B1, B12, Folsäure) und auch durch einen Mangel an Bewegung (aber auch Schlaf- oder Erholungsmangel) oder durch zu geringe (Sonnen-) Lichtexposition (saisonale Depression). Bekannt ist ebenfalls die so genannte Wochenbettdepression, die wohl durch die mit der Schwangerschaft bzw. Entbindung einhergehenden hormonellen Umstellungen ausgelöst wird.
Wichtiger als die oben genannten krankhaften somatischen Zustände scheint aber eine erhöhte wohl genetisch bedingte Bereitschaft zu sein, eine Depression zu entwickeln. Depressionen kommen weltweit vor, sie sind familiär gehäuft und auch Zwillingsstudien weisen auf einen genetischen Zusammenhang hin.
Dass der somatische Anteil an Depressionen bedeutsam ist, darauf weist auch das oft gute Ansprechen auf eine medikamentöse antidepressive Therapie hin.

Oft liegen die Ursachen von Depressionen in der seelischen Dimension. Bekannt sind hier die reaktiven Depressionen, also Reaktionen des betreffenden Menschen auf ein Verlusterlebnis, also z.B. auf den Tod einer ihm nahe stehenden Person (Eltern, Kind, Lebenspartner, Freund, o.ä.), auf eine Trennung oder Scheidung, auf den Verlust einer Freundschaft, der Arbeitsstelle/Klassengemeinschaft oder der Position/Aufgabe in der Gemeinde oder im Verein. Depression kann auch Folge eines anhaltenden, nicht gelösten seelischen Konflikts sein, z.B. in der Familie oder Schule oder am Arbeits-/Ausbildungsplatz.
Depression kann ebenso gut die Folge von „falsch“ verarbeiteten Erlebnissen in der Vergangenheit sein wie auch von falschen Zielsetzungen in der Gegenwart oder für die Zukunft. Falsche Leitsätze und falscher Umgang im Bereich der Emotionen („Ich muss von allen geliebt werden“, „Schmerzvermeidung um jeden Preis“, „Ein Christ ärgert sich nie, ist immer freudig“), im Bereich der Kognitionen („Ich muss perfekt sein“, „Ich kann nichts“, „Ich bin nichts wert“, „Bei mir läuft alles schief“, „Ich bin ein Versager“) sowie auch im Bereich der Motivation („Ich will alles schaffen, was ich mir vornehme“, „Zu viel Arbeit, keine Ferien“) können alle zu Depressionen führen.

In der geistig-geistlichen Dimension stellt unvergebene Sünde/Schuld die bekannteste Ursache einer Depression dar. Pro-depressiv wirken können jedoch auch „ungesunde Glaubensinhalte oder -ausprägungen“, ein negatives Gottesbild, eine extrinsische (nur an äußeren Regeln orientierte) religiöse Motivation und die Teilnahme an okkulten Praktiken.
Während in unserem zeitgenössischen Kontext die Bedeutung der geistig-geistlichen Dimension oft negiert wird, besteht innerhalb des christlichen Umfelds die Gefahr, diese gerade in Bezug auf die Entstehung von Depressionen überzubewerten.

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Synthese der seelsorgerlich-therapeutischen Möglichkeiten

Sicher ist bis hierhin schon deutlich geworden, dass ein depressiv erkrankter Mensch fachliche Hilfe benötigt. Vor allem sollte eine fachärztliche Behandlung gesucht werden, da die schlimmsten Auswirkungen von Depressionen mit der heutigen Generation von antidepressiven Medikamenten für den Patienten sehr gemildert werden können. Da der Patient ein Individuum ist, kann eine Behandlung nie schematisch erfolgen. Es ist auch nicht möglich, die drei genannten Dimensionen (s.o.) in unabhängige Sektoren aufzugliedern und quasi nacheinander anzugehen. Jede Veränderung in einer Dimension führt auch zu Auswirkungen in den anderen Dimensionen. Idealerweise werden im therapeutischen Prozess immer alle drei Dimensionen berücksichtigt. Es wird also nicht nur nach dem seelischen und körperlichen Befinden sondern auch nach dem geistlichen Befinden gefragt. Ebenfalls können in der gleichen Sitzung auch Interventionen in allen Dimensionen getätigt werden z.B. Medikamentenkontrolle, Motivation zu mehr Bewegung, Analyse und Korrektur falscher Leitsätze, Zusprechen von Trost, Hilfe, Anleitung und Motivation zu religiöser Praxis. Erfahrungsgemäß kommt es dann einmal hier einmal da zu kleinen Fortschritten die immer weiter auf dem Weg der Heilung führen.

Über Suizid

Auf den Wunsch zu sterben, der zu Suizidgedanken, Selbstverletzungen oder Suizidhandlungen führen kann, soll wegen der schweren Konsequenzen dieses Symptoms, speziell eingegangen werden. Grundsätzlich ist Suizidalität als ein Symptom des depressiven Syndroms wie jedes andere zu werten. Es kommt in ca. 70% der Fälle mehr oder weniger stark vor. Allerdings stellt das depressive Syndrom das größte Risiko für einen Suizid dar. Andere Risikofaktoren sind z.B. erhöhter Alkoholkonsum, Drogenkonsum, frühere Suizidversuche sowie Suizide in der Familie. Ebenfalls kommen Suizide häufiger vor bei Männern, im Alter über 45 Jahren, bei Arbeitsunfähigkeit, Pensionierung oder Arbeitslosigkeit sowie bei alleinlebenden Personen.
Da sich die Patienten (insbesondere Christen) für diese Gedanken schämen und sie meist deswegen nicht von sich aus zu äußern wagen, ist es unbedingt notwendig, dass der Therapeut das Gespräch über diesen Punkt sucht. Hierzu eignen sich z.B. folgende Fragen: „Haben Sie sich in letzter Zeit darüber Gedanken gemacht, dass das Leben keinen Sinn mehr hat? Haben Sie in letzter Zeit den Wunsch verspürt, nicht mehr Leben zu müssen? Wenn ja, erzählen Sie mir bitte Einzelheiten. Selbstmord – haben Sie schon darüber nachgedacht, wie Sie das tun würden?“

Es ist hilfreich für den Patienten zu erfahren, dass sein Todeswunsch ein Krankheitssymptom ist (z.B. wie Kopfschmerzen bei Grippe) und dass er offen darüber sprechen darf. Diese Suizidgedanken haben primär nichts mit Sünde und Schuld zu tun, sie resultieren nicht aus „einem Mangel an Glauben“ und es liegt nicht in der Macht des Patienten, ob diese Gedanken kommen oder nicht. Diese Gedanken entsprechen auch nicht „dem freien Willen“ des Patienten. Die Mehrzahl von nach Suizidversuchen geretteten Patienten möchte später nicht mehr sterben und versucht es nicht nochmals. Ebenfalls ist es nicht wahr, dass das Sprechen über Suizid die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass ein Suizid ausgeführt wird. Das Gegenteil trifft zu. Das offene, nicht moralisierende Gespräch hilft Suizide verhüten. Zudem bietet nur das offene Gespräch die Möglichkeit, dem Patienten eine Perspektive zu eröffnen, dass er von diesen quälenden Gedanken wieder befreit und wieder echte Freude am Leben finden kann.

Fußnoten

1 Syndrom ist der Begriff für eine „Ansammlung/Gruppe“ von Warnzeichen
2 von ihren Ursachen her
3 ICD – Kapitel V


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